Gedenktag 2. April 2007

Startseite  » Lernen  » Fächer  » Geschichte  » Gedenktag 2. April 2007

Gedenktag 2. April 2007 zur Befreiung des Konzentrationslagers Niedernhagen Wewelsburg

   

Am 2. April 2007 fand in Wewelsburg der 62. Jahrestag zur Befreiung des Konzentrationslagers Niederhagen statt. In diesem Jahr hatte unser Gymnasium den ehrenvollen Auftrag die Gedenkfeier mitzugestalten. Da in der Jahrgangsstufe 10 im Fach Geschichte alles rund um das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg ein zentrales Thema ist, lag es nahe, Schülerinnen und Schüler aus dieser Stufe zu fragen. So erfuhren wir kurz vor den Weihnachtferien von der Gedenktagsvorbereitung und erklärten uns gerne bereit bei der Gestaltung mitzuwirken.
 


Die Bilder zum Einstieg

Als wir uns dann das erste Mal mit unserem betreuenden Lehrer Herrn Rojahn, dem Beauftragten Herrn Mischok und der Gruppe trafen, war es Mitte Februar und noch genügend Zeit, Ideen zu sammeln und den Gedenktag vorzubereiten. Während dieses ersten Treffens erhielten wir sehr viele wichtige Informationen und Hintergrundwissen zum einstigen "Großprojekt" Heinrich Himmlers. Wir bekamen teilweise sehr betroffen machende Bilder zu sehen, die in den Konzentrationslagern entstanden sind. Zu diesen Bildern trugen wir Gedanken und Emotionen zusammen und lasen noch Zeitzeugenberichte, die für unsere weitere Arbeit sehr entscheidend waren. Nachdem wir noch über unser weiters Vorgehen beraten hatten, fand unser nächstes Treffen in der Wewelsburg statt. Diese hatten alle vorher schon einmal im Rahmen des Unterrichts besichtigt. Dort hatten wir noch einmal die Möglichkeit, uns vor Ort ein genaueres Bild zu machen und noch mehr Informationen für die Gestaltung des Gedenktages zu bekommen. Wir konnten zu allen Aspekten im Museum Fragen stellen und uns alles genau erklären lassen.

Außerdem besichtigen wir noch einmal die beiden Kulträume der Burg: die Gruft und den Saal. Hier erhielten wir noch zusätzliche Informationen über die schwarze Sonne. Wieder zurück in unserem Arbeitsraum brachten wir unsere Eindrücke und Gedanken in Form von Bildern und Gedichten auf Papier. Da aber nicht jeder eine künstlerische Begabung hat, gab es auch einige, die lieber noch einige Zeitzeugenberichte und weiteres Informationsmaterial studieren wollten 


In der Wewelsburg

Herr Kohlschmidt, der Organisator der ganzen Veranstaltung, kam zu uns und ging mit uns zum ehemaligen Appellplatz des Konzentrationslagers. Dort sahen wir zum ersten Mal, wie unvorstellbar es eigentlich ist, dass dort einmal ein Konzentrationslager gewesen war, denn dort stehen heute einige Wohnhäuser. Und das ehemalige Eingangstor ist heute auch zu einem Wohnhaus umfunktioniert worden. Der größte Teil des Konzentrationslagers aber wurde vernichtet, nur die alte Küche wird heute von der Freiwilligen Feuerwehr noch genutzt.


Während der Projektarbeit

Nachdem wir alles Wichtige für die Gedenkfeier gesehen hatten, gingen wir zurück zur Burg, um die Ergebnisse der Arbeitsphase vom Vormittag vorzustellen und zu besprechen. Dabei waren viele gute Ergebnisse entstanden, und so hatten wir schon einige Kapitel unseres Beitrages für die Gedenkfeier fertig gestellt. So auch das Plakat, welches als Einladung dienen sollte. Dazu mussten wir uns dann noch ein geeignetes Motto überlegen. Nach einigem Nachdenken entschieden wir uns für das Motto: „So nah und doch so fern“. Es sollte zeigen, dass es zwar einen großen zeitlichen Abstand gibt, die schrecklichen Geschehnisse aber nie vergessen werden dürfen. Auch deswegen nicht, weil noch einiges auf unser Leben hier und heute nachwirkt.

 

Zurück in der Schule haben wir allen Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 die Aufgabe gegeben, im Kunstunterricht zu den Texten der Zeitzeugen Bilder zu gestalten; einige von diesen Bildern wurden zusammen mit Gedichten im Programmheft  abgedruckt. Andere wurden an Stellwänden während des Empfangs nach der Gedenkfeier und in den letzten Wochen auch noch im Museum der Wewelsburg ausgestellt. Die weiteren Bilder wurden von uns während weiterer Treffen ausgesucht. Bei der Gelegenheit wurden weitere Texte sowie eine Postkarte für unsere Aktion verfasst. Diese sollte darin bestehen, dass Luftballons unsere Gedanken und Wünsche in den Himmel und in die Welt hinaus tragen sollten.


Aufgang zur Burg


Generalprobe und Abschlussbesprechung

Am 2. April war es dann so weit. Nachdem wir den genauen Ablauf zwei Wochen vorher mit Herrn Kohlschmidt, Herrn Mischok und Frau Spenner, der Vorsitzenden des Vereins Gedenktag 2. April e.V., abgesprochen hatten, trafen wir uns alle schon zwei Stunden vorher, denn wir hatten noch einiges zu erledigen. Wir mussten insgesamt knapp 90 Luftballons mit Helium füllen und unsere Botschaften in Form einer Postkarte an ihnen befestigen. Nach einem Probedurchlauf und Techniktest erwarteten wir die Besucher der offiziellen  Veranstaltung, die pünktlich um 18 Uhr begann.

 

Nach den Begrüßungsreden der Offiziellen stellten wir, die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Schloß Neuhaus, uns vor und beschrieben den Entstehungsprozess unserer Beiträge zum Gedenktag zum 2. April 1945; danach folgte ein Musikbeitrag der Gruppe 'Hörbar'. Dann kamen wir zu dem größten Block der Veranstaltung: Wir stellten unsere Ergebnisse vor und präsentierten der Besuchern unsere Bilder, Gedichte und kurze Geschichten. Dies verfolgten alle Besucher mit großem Interesse, und alle hörten gebannt zu, als der Zeitzeuge Herr Engleitner noch ein paar Worte an die Zuhörer richtete. Was der mittlerweile 102-Jährige(!) uns allen zu sagen hatte, war besonders eindrucksvoll, zumal mit dem zeitlichen Abstand zu den schrecklichen Geschehen von damals die Berichte von Zeitzeugen immer rarer werden.

Vor unserer abschließenden Aktion mit den Luftballons hielt ein renommierter Historiker eine wissenschaftlich ausgerichtete längere Rede. Das sich anschließende erstmalige Aufsteigen der Luftballons  wurde von allen Beteiligten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Nach dem Verlesen  der Wünsche und Gedanken, die auf der Postkarte festgehalten waren, ließen wir die Ballons in den Himmel steigen: 62 Ballons für die 62 Jahre, die seit diesen schrecklichen Dingen vergangen sind. 


Die 88 Luftballons


Die Gruppe mit ihren Luftballons.

Zum Ausklang der Veranstaltung trafen sich geladene Gäste - unter ihnen auch wir vom GSN - noch im Gemeindehaus, um hier gemeinsam zu essen, aber auch um Gespräche rundum den Gedenktag zu führen. Alle waren sehr zufrieden mit unserem Beitrag, und wir freuten uns, dass dieser so gut angekommen war.

   
Text, Fotos und Gestaltung: Theresa Brüggemeier
   
Styled with Metro UI CSS